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Diözesanverband

Neues Grundsatzprogramm

macht katholische Jugendverbände bereit für die Zukunft

Die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat ein neues Grundsatzprogramm beschlossen. Damit bekennt sich der Dachverband der katholischen Jugendverbände klar zur Botschaft des Evangeliums, lässt jedoch Spannungen mit der Amtskirche nicht unerwähnt.

„Wir sind als Jugendverbände demokratisch organisiert und deshalb leben wir Kirche auch dialogisch und partizipativ“, sagt BDKJ-Bundespräses Stefan Ottersbach. „Mit dem neuen Grundsatzprogramm übernehmen wir Verantwortung für die kommende Generation der katholischen Jugendverbandsarbeit und legen uns auf gemeinsame Werte fest.“ Im Grundsatzprogramm werden christlicher Glaube, Lebensweltbezug, Partizipation, Selbstorganisation, Demokratie, Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit als grundlegende Prinzipen des BDKJ genannt.

Der Erstellung des Grundsatzprogramms ging ein zweijähriger Prozess voraus, an dem Aktive von Ortsgruppen ebenso mitgearbeitet haben wie Verantwortliche auf Bundesebene. Eine Arbeitsgruppe hat drei Hearings sowie zahlreiche Telefoninterviews durchgeführt. Auch die Grundsatzprogramme der einzelnen Jugend- und Diözesanverbände haben bei der Erstellung eine Rolle gespielt. Das vorliegende Papier löst seinen Vorgänger aus dem Jahr 1998 ab.

Weiterentwickelt hat sich das Grundsatzprogramm insbesondere bei kirchlichen Themen: Der BDKJ sieht sich als Teil der römisch-katholischen Kirche, lässt aber auch Spannungen zur Amtskirche nicht unerwähnt. Das Drängen auf Reformen ist nun Teil des Grundsatzprogramms. „Als kirchliche Jugendverbände erleben wir eine Spannung zwischen kirchlichen Erfahrungen und den Lebenswelten junger Menschen. Das wollten wir ins Wort bringen. Letztlich ist für uns der Einsatz für das Reich Gottes weitreichender als ein Engagement für die Institution Kirche“, erläutert BDKJ-Bundespräses Stefan Ottersbach.

Wie bereits in der Vergangenheit bekennt sich der BDKJ abermals zu seinen demokratischen Grundwerten. Die Jugendverbände sind Lernorte gelebter Demokratie und damit ist die politische Bildung ein zentraler Teil der katholischen Jugendverbandsarbeit. Dabei bezieht sich der BDKJ in seinem Grundsatzprogramm auf Werte, die bereits vor 75 Jahren bei seiner Gründung eine Rolle spielten. 1947 prägte eine freiheitliche und demokratische Kultur als Gegenentwurf zur nationalsozialistischen Gesellschaft den BDKJ. Heute bekennen sich die katholischen Jugendverbände klar zu einer antifaschistischen Haltung.

Das Grundsatzprogramm verdeutlicht, dass junge Menschen sich in den katholischen Jugendverbänden gegenseitig befähigen eine vielfältige Gesellschaft mitzugestalten. Vielfältig sind auch die Spiritualitäten, die in den Jugendverbänden unter dem Dach des BDKJ gelebt werden. Junge Menschen entwickeln in der katholischen Jugendverbandsarbeit ihre individuellen Wege zum Glauben.

Foto: BDKJ-Bundesstelle/Mike Nonnenbroich