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Diözesanverband

Offenes Ohr

für die Jugendverbandsarbeit in Pandemie-Zeiten

Windberg. Am Freitag versammelten sich anlässlich der BDKJ-Diözesanversammlung 2020 35 Vertreterinnen und Vertreter der Jugendver-bandsarbeit im Bistum Regensburg, um zusammen mit Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer über Bedürfnisse und Erfahrungen der katholischen Ju-gendverbände in Corona-Zeiten zu sprechen.

Eingeleitet wurde der Austausch von einem Vortrag von Anna Lips, Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, die digital zugeschaltet war. Sie berichtete von den Ergebnissen der „Jugend und Corona“-Studie, der deutschlandweit größten Studie über das Wohlbefinden und die Anliegen von Jugendlichen während der Corona-Pandemie. Sie stellte dar, dass Jugendliche sich in der Pandemiezeit vor allem wünschen, gehört zu werden und nicht nur als Schülerinnen und Schüler wahrgenommen zu werden, sondern als junge Menschen mit vielfältigen Interessen. Verunsicherung, Überforderung und Sorgen seien am Anfang der Corona-Pandemie sehr hoch gewesen: Vor allem beim Homeschooling und auch bei Übergangsphasen im Leben (Schulabschluss, Berufs- und Studienstart) wären Jugendliche massiv durch die Pandemie überfordert. Positiv konnte Frau Lips aber auch berichten, dass viele junge Menschen ihren Alltag als entzerrt und entlastet wahrgenommen hätten.

An den Vortrag schloss sich der Austausch mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an. Jugendverbandsvertreterinnen und -vertreter aus dem ganzen Bistum konnten so berichten, wie es ihnen und den katholischen Jugendverbänden in der Corona-Pandemie bisher erging. Vor allem am Anfang versetzten die Kontaktbeschränkungen die Jugendverbände in eine Schockstarre, denn schließlich basiere die Jugendverbandsarbeit vor allem auch auf Gemeinschaft, die nun so nicht mehr möglich war.  Schnell erholte man sich jedoch davon und versuchte digitale Angebote umzusetzen. Angst Mitglieder zu verlieren, bestehe dennoch: Digital könne man zwar gut inhaltlich arbeiten, jedoch ist es schwierig persönliche Kontakte zu halten, wobei das Gemeinschaftsgefühl außen vor bleibe.

Die Jugendverbände entwickelten deswegen bereits Formate, die coronakonform sind und trotzdem den Freiraum für Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaft bieten.  Schließlich wolle man seine Stärken in der katholischen Jugendverbandsarbeit nicht verlieren. Ausdrücklich sehen sich alle Jugendverbandsvertreterinnen und -vertreter mit diesen Angeboten auch als Teil der Kirche. Sie wollen so vor allem den Kontakt zu jungen Gläubigen nach der Kontaktbeschränkung wiederaufbauen und bei deren Suche nach Halt in der Corona-Pandemie mit ihren christlichen Inhalten eine Anlaufstelle bieten. Bischof Rudolf Voderholzer ermutigte die jungen Menschen in den Jugendverbänden, diesen Weg weiterhin zu gehen und als Kirche präsent zu sein.

Im Austausch wurden auch Hindernisse bei der aktuellen Arbeit im Jugendverband sichtbar. So sei es zum einen ein Problem, dass jungen Menschen oft nur kleine Räume zur Verfügung stehen. Auch hier ermutigte Bischof Rudolf die Jugendlichen, aktiv auf die Pfarreiverantwortlichen zuzugehen und gemeinsam eine gute Lösung zu finden. Er hoffe, die Pfarreiverantwortlichen würden, genauso wie er, sehen, wie wertvoll die Jugendverbandsarbeit in diesen Zeiten sein kann. Zum anderen würden die Jugendverbände auch mit zusätzlichen Kosten, z.B. durch digitale Übertragungen, kämpfen. Hier sagte der BDKJ-Diözesanvorstand zu, sein Möglichstes zu tun. Außerdem wolle er in Zukunft Gruppen der Jugendverbandsarbeit noch mehr ermutigen, ihre Arbeit wiederaufzubauen und noch mehr Beratung dabei zu bieten, damit diese auch hygienisch und sicher in Pandemiezeiten vonstattengehen könne. Beendet wurde der Austausch mit einer gemeinsamen Komplet in der Klosterkirche.

Autor: BDKJ-Diözesanverband

Mitten unter den jungen Menschen und auf Augenhöhe begegnete Bi-schof Dr. Rudolf Voderholzer den Jugendverbandlerinnen und Jugend-verbandlern des BDKJ.

Die jungen Menschen erzählten, wie es ihnen in den katholischen Ju-gendverbänden in der Pandemie geht und Bischof Dr. Rudolf Voder-holzer hört aufmerksam zu.

Gemeinsam beendete man den Tag in einer Komplet zum Thema „Kinderrechte“.