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Foto von Tanja Köglmeier, der neuen hauptamtlichen Diözesanvorsitzenden
neue hauptamtliche Diözesanvorsitzende ist Tanja Köglmeier

Neuwahl bei ausserordentlicher Diözesanversammlung

Tanja Köglmeier wurde bei der ausserordentlichen Diözesanversammlung am 20. Juli 2018 zur neuen hauptamtlichen Diözesanvorsitzenden gewählt. Die zahlreichen Delegierten votierten einstimmig für die Bewerberin und konnten somit nach 10 Monaten den Diözesanvorstand wieder vollständig besetzen.

Tanja wird vstl. zum 1. September 2018 ihren Dienst an der Diözesanstelle antreten. Der Diözesanvorstand heißt sie aber schon heute herzlich willkommen und freut sich sehr auf eine gute Zusammenarbeit.

Als ehrenamtliche Diözesanvorsitzende der KLJB Regensburg wechselt Tanja nach drei Jahren zum BDKJ und bringt darüber hinaus mit ihrem abgeschlossenen Masterstudium der Politikwissenschaft sehr viel Erfahrungen aus den Bereichen Jugendpolitik, Interessenvertretung und politische Bildung mit. Seit 2017 promoviert die neue Diözesanvorsitzende an der Universität Passau zum Thema "Kommunale Wählergemeinschaften und ihr Lebenslauf".

Diözesanverband

Bundestagswahl 2017: Wir sind 87%

Ein Kommentar von Tanja Köglmeier

Schock für Deutschland? Erstmals seit den 50er Jahren zieht wieder eine offen nationalistisch und zum großen Teil rechtspopulistische, wenn nicht sogar rechtsextreme Partei in das deutsche Parlament ein. Eine Überraschung war es allerdings nicht: bereits seit langem prognostizierten sämtliche Umfragen ein gutes Ergebnis für die AfD und ein Leugnen der AfD kommt Augenwischerei gleich.

Deswegen ist es für mich umso unverständlicher, warum die Themensetzung des Wahlkampfs von der AfD bestimmt wurde und viele Parteien keine eigenen Themen fanden. Horst Seehofers Äußerungen nach der ersten Hochrechnung in Zukunft eine offene rechte Flanke schließen zu müssen und klare Kante zu zeigen, und zwar indem ein harter Kurs in der Flüchtlingsfrage gefahren wird, zeigt, dass zumindest in diesem Fall noch nicht hinzugelernt wurde: Die Möglichkeit, dass wir demnächst einen Rechtsruck der gesamten deutschen Politik erleben, ist größer denn je. Dagegen müssen wir uns lautstark wehren und zu Wort melden: eine Übernahme rechtspopulistischer Inhalte der AfD in andere Parteien macht die Situation nicht besser.

Jetzt heißt es deswegen: Ja, wir müssen die rechte Flanke schließen. Aber nicht durch eine Anpassung unserer Forderung an eine rechtsextreme Partei, sondern mit einer klaren Ansage gegen Rassismus, Diskriminierung und menschenverachtende Politikinhalte. Wir müssen uns weiterhin für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen. Dazu gehört auch erstmal die Akzeptanz des gestrigen Ergebnisses, bei dem die AfD in vielen Gemeinden der Regensburger Diözese zweitstärkste Partei bei den Zweitstimmen war.

Trotzdem können und müssen wir uns zu Wort melden, diskutieren und für unsere Vorstellungen von Politik einstehen, um das politische Feld nicht den Rechtspopulist*innen zu überlassen. Geschichtsleugnung, Verneinung von Menschenwürde und die Leugnung des Klimawandels sind Themen, mit denen die katholischen Jugendverbände nichts anfangen können. In unserem Land wird weder eine Kanzlerin gejagt, noch sollten wir einer Partei das Feld überlassen, die glaubt, dass man mit 13% dieses Land „erobern“ kann. 

Also auf geht’s! Denn die nächsten Wahlen stehen in den Startlöchern. Die Landtagswahl 2018 in Bayern, die Europawahl 2019, dann die Kommunalwahlen 2020. Und 2021 heißt es dann wieder: Wer sitzt im deutschen Parlament? Und bis dahin ist zu hoffen, dass sich die AfD selbst diskreditiert, dass sich die 60% der Wähler*innen, die die AfD nicht aus Überzeugung, sondern aus Enttäuschung gewählt haben, wieder in den Parteiprogrammen anderer Parteien wiederfinden und dass wir noch mehr Menschen von unserer Sichtweise von Politik überzeugen können: eine demokratische, offene und zukunftsgewandte Politik.

Portrait von Tanja Köglmeier

Tanja Köglmeier